Grensschap

Albertkanaal             

Grenzschaft – Fronté - Frounty

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Mitglieder

Grenzschaft Albertkanal:

Ein einzigartiges Gebiet zwischen Maastricht und den Kempen

Der Verlauf des Albertkanal zieht sich durch das niederländisch-belgische Grenzgebiet zwischen dem Kalkwiesengebieten des Pietersberg und den nährstoffarmen Decksanden des kempischen Hochlands, eines alten Lösgebiets. Die Nähe der Maas führte dazu, daß hier menschliche Aktivitäten ihren Ort fanden, deren Kontinuität und Alter sowohl für die Niederlande als auch Belgien außergewöhnlich sind. So haben drei miteinander verwobene Grenzbeziehung die Landschaft geformt: als Vorhof der Stadt Maastricht, als Schußfeld der Festung Maastricht sowie als Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Belgien. Die Maas und diese dreifache Grenzbeziehung haben eine Landschaft hervorgebracht, die durch historische, landschaftliche, natürliche und archaeologische Werte geprägt ist und an die sich viele Geschichten knüpfen.

Die "Grenzschaft"

Bürger aus allen angrenzenden Gemeinden und Stadtviertel in den Niederlanden und Belgien haben nun eine Initiative ergriffen, um gemeinsam mit den Kommunen die Besonderheiten des Gebietes zu erfassen und so die Grundlage fuer einen integrierten, grenzüberschreitenden Entwicklungsplan zu schaffen. Sie wollen den Bürgern die Besonderheiten des Gebietes bewusst machen und die verschiedenen Kommunen dazu bewegen, achtsam mit dem Gebiet umzugehen. Aus diesem Grunde haben sie sich in einer "Grenzschaft" zusammen gefunden – diese Wortschöpfung hat Anklänge an "Grafschaft", "Landschaft" und "Nachbarschaft". So wie die alte Grafschaft Vroenhoven ihre Einheit aus der Figur des Grafen bezog, bezieht die Grenzschaft ihre Einheit aus dem Vorhandensein der Grenze sowie der Tatsache, dass die Bürger an beiden Seiten dieser Grenze sich für dieses Gebiet engagieren.

Adresse Grenzschaft Albertkanaal

Pieter Caljé – Pandectendonk 24 6218 HB Maastricht (Nied.)   - pieter.calje@history.unimaas.nl

René Thewissen – Biesweg 24, 3620 Gellik-Lanaken (Belg.)     – rene.thewissen@pandora.be

 

Die Landschaft

 

Es handelt sich um eine maasländische Stufenlandschaft, die durch eine Reihe Zouwen (eine Art von Bachen) durchzogen wird. Bei der jetzigen, weiten und zugelich kleinteiligen, landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft handelt es sich um eine mittelalterliche Kultivierungslandschaft die durch einen radial von Maastricht ausgehenden Fächer von Feldwegen durchschnitten wird. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Landschaft durch Karreebauernhöfe und dazugehörigen Hausweiden sowie durch mit Hecken umsäumte Obstbaumgärten ergänzt. Der Albertkanal fügte dem im Jahre 1936 eine dramatische Schlucht hinzu.

 

Die Archäologie

Bandkeramisches dorf

Die Stufenlandschaft an der Maas eignete sich schon sehr früh für menschliche Nutzungen. In diesem Gebiet sind die ältesten Spuren menschlicher Tätigkeiten von den Niederlanden und Belgien gefunden worden. Um 250.000 v. Chr. hatten die Neanderthaler an den Belvedere-Gruben ein Lager an der Maas und um 135.000 v. Chr. so suchten sie an dem Hezerwater bei Veldwezelt nach Feuerstein. Beginnend mit denen der ersten europäischen Bauern, den Bandkeramikern (5300 v. Chr.), sind so ziemlich ununterbrochen Spuren des Menschen gefunden worden. Es gilt als ein archäologisch sehr reiches Gebiet, daß ein hohes Potenzial für die Bildung bietet

Die Geschichte

Die Nähe der strategisch bedeutsamen Festung Maastricht führte dazu, daß das Gebiet zwischen 1500 und 1800 oftmals eine große Bedeutung für Festungsbelagerungen hatte. Belagerer schlugen hier ihr Lager auf, um die Stadt von den Höhenstufen herab zu beschiessen. Dabei verstanden es auch die Verteidiger, sich das Relief zu Nutzen zu machen, wenn es darum ging, den Angreifern Widerstand zu leisten. So verteidigte der Herzog von Alva sich hier 1568 gegen Wilhelm von Oranien. Bei der Belagerung von 1673 durch Ludwig den XIV. fiel hier dessen Musketier D’Artagnan.

Die Natur

Die Äcker bieten Lebensraum für die hier zu Lande seltene Grauammer eine Art, die einzig in kleinteiligen Landbaugebieten vorkommt. An den Hängen des Albertkanals ist eine überraschend reiche Vegetation entstanden, weshalb die Gegend auch als ein Europäisches Biotopschutzgebiet ausgewiesen worden ist. Hier fliegt unter anderem das geschützte violette Waldbläuling. Auf dem Kesselts Kip und am Dousberg blühen die Orchis. Das Komveld ist von grosser mycologischer Bedeutung.

Ein Orchis auf dem Dousberg

Die Graumammer