Geißelspinnen
Familie der Amblypygi. Die Geißelspinnen
gehören in der Ordnung der Spinnenartigen (Arachnida), aber sie sind nicht
echten spinnen. Die
Geißelspinnen
bis zu 10-45 mm Körperlänge, 25 cm Beinspannweite. Geißelspinnen
sind stark abgeflacht mit einem breiten Rückenschild und einem rundlichen
Hinterleib. Ihre Beine sind sehr lang. Das erste Laufbeinpaar ist zu
vielgliedrigen, ungemein langen Tastbeinen umgebaut. Die waagerecht getragenen,
starken Pedipalpen sind schwerenförmig oder bilden einen Fangkorb. Bein einigen
Arten befindet sich an ihrem Ende ein Scherchen.
Mit den Pedipalpen fängt die Geißelspinne ihre Beute und hält sie fest. Auch Körper und Beine werden damit geputzt. Das Kopfbruststück ist durch ein schmaleres erstes Hinterleibssegment deutlich vom Hinterleib getrennt. Geißelspinnen spinnen nicht; sie besitzen keine Spinnwarzen und Geißelspinnen besitzen keinen Giftstachel. Flucht ist die wichtigste Verteidigungsstrategie. Sie können zwar zwicken, aber keinen Schaden anrichten.
Das Männchen legt ein Spermapaket auf den Boden und geleitet seine Partnerin darüber, indem es sie mit den Tastbeinen berührt. Sie ertastet die Spermatophore und nimmt sie mit der Geschlechtsöffnung auf. Das Weibchen trägt 20-40 Eier in einem kräftigen flachen Sekretbeutel am Bauch mit sich. Die Jungen schlüpfen nach drei bis vier Monaten. Sie bleiben vier bis 14 Tage auf dem Rücken der Mutter, bis sie sich häuten.
Geißelspinnen sind nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Spalten oder Höhlungen, oft im Wurzelbereich von Bäumen. Nachts gehen sie auf Jagd nach Heuschrecken, Nachtfaltern und anderen Insekten. Dabei sitzen sie oft ruhig an einem Platz und bewegen nur ihre Tastbeine in alle Richtungen. Hat die Geißelspinne ein Beutetier ertastet, so kriecht sie langsam immer näher, um dann blitzartig mit ihren Pedipalpen zuzuschlagen. Geißelspinnen leben auf der ganzen Welt. Sie fehlen in Australien und auf Madagaskar.