Listspinne
(Pisaura mirabilis)
Brautgeschenkspinne
of listspinne gehört zur Familie der Jagdspinnen (Pisauridae). Die Weibchen
erreichen eine Körperlänge von 11-15 mm, die Männchen von 10-12 mm. Der
Hinterleib läuft nach hinten etwas spitz zu. Auf dem Vorderleib befindet sich
in der Mitte ein schmaler, heller Längsstreifen. Daneben sind zwei helle
Flecken, die als kleine Dreiecke erscheinen, zu erkennen. Die Grundfärbung
variiert von gelbbraun bis dunkelbraun und ist beim Männchen in der Regel
dunkler als beim Weibchen. Der Hinterleib trägt oben ein dunkles, meist
undeutliches Muster aus Winkelflecken und seitlich eine nach oben hell begrenzte
dunkle Wellenlinie.

Die männlichen Tiere dieser Art zeigen ein besonders interessantes
Balzverhalten: während der Paarungszeit schleppen sie ein gefangenes, in
Spinnseide verpacktes Beutetier mit sich herum, das sie dann, wenn sie eine
Partnerin gefunden haben, dieser als "Brautgeschenk" anbieten. Hat sie
Interesse, wird sie an dem Mitbringsel fressen - ihr Beutefangtrieb ist damit
ausgeschaltet, die Begattung für das Männchen mithin von geringerem Risiko.
Vor allem in sonnigen Habitaten mit krautiger Vegetation. Listspinne kommt
sowohl in natürlichen Biotopen als auch im naturnahe Gärten vor. Sie ist wohl
die am weitesten verbreitete Jagdspinne Mitteleuropas und meidet nur die
höheren Gebirge. Im Frühjahr ist die Listspinne häufig beim Sonnenbaden zu
beobachten. Dabei presst sie sich an große Blätter in der Krautschicht und
zeigt eine typische Körperhaltung: Die beiden vorderen Beinpaare und die beiden
hinteren Beinpaare werden zusammengelegt, wodurch der Anschein eines Kreuzes
entsteht. Die Eier werden kurz vor dem Schlüpfen nach ca. zwei Wochen vom
Weibchen in einem haubenförmigen Gespinst abgelegt. Die Jungen verlassen das
Gespinst nach der ersten Häutung.