Die Vogelspinne (Tarantel, Tarantula)
Die Familie der
Vogelspinnen (Theraphosiedae) umfaßt über 800 bisher bekannte Arten.
Die kleinsten Arten erreichen eine Körperlänge von weniger als 2 cm, die Größten
über 13 cm. Weibchen werden in der Regel größer und schwerer als Männchen,
dafür haben die Männchen meist längere Beine. Männermord, wie es bei anderen
Spinnenarten häufig vorkommt, ist bei Vogelspinnen eher die Ausnahme.
Die Zeitspanne zwischen Begattung und Eiablage kann (je nach Art) zwischen 4
Wochen bis zu 6 Monate dauern. Die Eier werden im Kokon getragen. Die Jungtiere
schlüpfen (je nach Art) nach 5 -14 Wochen aus und haben dann schon 2 Häutungen
hinter sich. Die Lebenserwartung ist von Gattung zu Gattung verschieden.
Weibchen werden, je nach Art von 2 bis 30 (!) Jahre alt, Männchen 'nur' 1 bis 7
Jahre. Erwachsene Männchen häuten sich nach der Reifehäutung nicht mehr, während
sich das erwachsene Weibchen alle 1 bis 2 Jahre häutet.

Jede Vogelspinnen Art hat ihr
eigenes Verhalten. Beutefang, Paarungsverhalten, Flucht und Feindabwehr sind
ganz unterschiedlich.
Hauptsinnesorgane sind Tasthaare,
hauptsächlich an den Beinen, die feinste Luftbewegungen und Bodenerschütterungen
wahrnehmen. So kann die Spinne die Richtung, Entfernung, Größe und sogar die
Art der Beute ermitteln. Der Geruchssinn spielt bei den Vogelspinnen eher
weniger eine Rolle.
Alle Vogelspinnen haben Gifte, die zur Lähmung und Verdauung der Beute
eingesetzt werden. Die Zusammensetzung und Stärke des Giftes ist wieder von Art
zu Art unterschiedlich. Manche Arten setzen das Gift auch zur Feindabwehr ein,
was aber generell nur im äußersten Notfall geschieht. Viele Amerikanische
Arten besitzen am Hinterleib Brennhaare, die starke Hautreizungen verursachen können.
Bei Gefahr wird dem Angreifer entweder der Hinterleib entgegengehalten oder aber
mit den Hinterbeinen Brennhaare abgestreift und aufgewirbelt (Siehe Foto).
Afrikanische und asiatische Arten haben keine Brennhaare, ihr Gift ist dafür stärker
als das der amerikanischen Arten. Die Giftwirkung auf den Menschen ist je nach
Art wirkungslos, manchmal sehr schmerzhaft, auch Beschwerden wie Fieber, Krämpfe
und Nekrosen können Auftreten. Schwerwiegende gesundheitliche Schäden oder gar
Todesfälle durch Vogelspinnen sind nicht bekannt. Die überwiegende Anzahl der
Vogelspinnen Arten ist für den Menschen nicht gefährlicher als ein Bienen-
oder Wespenstich.
![]()